Gibt es zu wenig Kinderärzte in Rheinhausen?

von Manfred Krossa, SPD Fraktionsvorsitzender Rheinhausen (30.11.2011)

Wer einmal akut nach einem Rheinhauser Kinderarzt suchen musste, weiß wie schwierig es ist, einen Pädiater zu finden. Generell sollte pro 14000 Einwohner ein Arzt vorhanden sein, bei den vier Kinderärzten im Bezirk können somit 56000 Einwohner betreut werden, deutlich weniger Menschen als in Rheinhausen leben, so Manfred Krossa SPD Fraktionschef in Duisburg-Rheinhausen. Durch die Konzentration von drei Kinderärzten an einen Standort mit mäßiger ÖPNV Anbindung, sind gerade Eltern, die diese Verkehrsmittel nutzen müssen, arg eingeschränkt. So kann es zum Albtraum für die Eltern werden, wenn das Kind Fieber hat, weint und der Arzt aufgesucht werden muss, vor allem dann, wenn lange Wartezeiten in Kauf genommen werden müssen. Es wäre also sehr zu begrüßen, wenn weitere Kinderärzte ihren Beruf in Rheinhausen ausüben würden.

Selbst die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein in Duisburg weist auf einen Ärztemangel besonders im Duisburger Norden und Westen hin. Dies trifft vor allem die sozial schwachen Stadtteile! Niedergelassene Kinderärzte berichten, dass sie ihre Praxis in sozial schwachen Stadtteilen nicht halten können, denn es fehlen die notwendigen Privatpatienten.

Es stellt sich auch die Frage, ob der Abrechnungsschlüssel für die ärztlichen Leistungen der Kinderärzte nicht verbessert werden muss, damit Praxen auch in sozial schwachen Wohngebieten überleben können.

Wir wünschen uns mehr Kinder für eine zukünftige stabile Gesellschaft. Die Verbesserung der Lebensbedingungen der Eltern und Alleinerziehenden werden aber nach wie vor stiefmütterlich behandelt.

Richtig kann aus diesem Grund nur sein, dass die Wohnviertel aufgewertet werden. Vorbildlich gehen hier die Rheinhauser Bauvereine mit ihrem Wohnungsbestand um, Schritt für Schritt werden ihre Wohnquartiere modernisiert und die Lebensqualität gesteigert.
Wichtig wird es ebenso sein, bei zukünftigen Neuplanungen in Absprache mit den Investoren Arztpraxen anzubieten; ein Weg um die augenblickliche Situation zu verbessern.