Stellungnahme zum Artikel Bettensteuer: Duisburg ist der Verlierer

von SPD Ratsherr Reiner Friedrich, Vorsitzender des SPD-Bezirksverbandes Rheinhausen (03.11.2011)

Die Statistik zählt zu den etablierten Hilfsmitteln der Wissenschaften und der Meinungsbildung, aber es gibt immer wieder Menschen, die die Statistik missbrauchen und falsch interpretieren. So auch bei der Darstellung zur Abnahme der Übernachtungszahlen in Duisburg. Hier muss die Statistik herhalten, um die eigenen Argumente zu begründen.
Das die aktuelle Anzahl der Übernachtungen in Duisburg gegenüber dem Jahr 2010 rückläufig sind, ist nicht zu bestreiten, es stellt sich jedoch die Frage, ob das Jahr 2010 mit dem Event „Kulturhauptstadt Ruhr“ überhaupt als Vergleichsjahr zugrunde gelegt werden darf. Wie jeder weiß, gab es auch in früheren Jahren Einbrüche bei den Übernachtungszahlen.

Wenn die Statistik aber nur für die Jahre 2010 und 2011 herangezogen werden soll, muss eine weitergehende und exakte Ursachenforschung betrieben werden. Zu behaupten, dass die Übernachtungsgäste wegen 3,50 Euro pro Nacht Zusatzkosten eine andere Stadt wählen würden, wird schon durch den nötigen Fahrtkostenaufwand widerlegt. Dieses Argument kann nicht stichhaltig sein.

Da in der Aussage der Kritiker zusätzlich angeführt wird, dass die Nachbarstätte wie Oberhausen und Krefeld einen größeren Zuwachs an Übernachtungen hätten, lässt auch den Schluss zu, das viele Übernachtungsgäste Duisburg wegen seines mittlerweile schlechten Image meiden.

Der traurige Ablauf der Loveparade, und das negative Verhalten des Oberbürgermeisters sind zwischenzeitlich bundesweit bekannt, nicht aber, dass Duisburg eine Bettensteuer erhebt. Negativ bekannt gemacht wird dies nur durch die Lobby der Übernachtungsbetriebe.

Spiegelt sich nicht der schlechten Ruf Duisburgs in den Statistiken der Hotellobby wider?
Buchen viele Übernachtungsgäste nicht lieber in den Nachbarstädten?
Wird hier die Statistik der Hotellobby auf dem Kopf gestellt?
Die richtige Antwort wird jeder für sich finden!

Duisburg braucht dringend einen Neuanfang! Unsere Stadt braucht endlich wieder eine handlungsfähige Verwaltung.
Hoffen wir, dass dies möglichst bald geschieht.