Von SPD Ratsherr Manfred Krossa (23.08.2018)
Dort, wo früher oft ein herzliches „Glück Auf“ erklungen war, befinden sich heute gut angenommene Gewerbebetriebe. Nach der Schließung der örtlichen Zechen ist der Strukturwandel von der Steinkohleförderung zu neuen Techniken in Rheinhausen gelungen.
Wichtig für die heutige und die folgenden Generationen ist aber, dass wir die Geschichte des Bergbaus in Rheinhausen nicht vergessen, so der SPD Ratsherr Manfred Krossa. Daher hat sich der SPD Bezirksverband Duisburg Rheinhausen bei dem 1. Vorsitzenden der Rheinhauser Bergbausammlung Wilfried Brücksken angemeldet, um zu erfahren, wie die beiden großen Zechen Diergardt und Mevissen das Leben in unserem Bezirk beeinflusst hatten. Es war kurzweilig, Wilfried Brücksken zuzuhören. Aus der Fülle von Informationen sei nur erwähnt, dass bei den Bergwerken Rheinhausens französisches Recht galt, wie die einzelnen Zechen untertage miteinander verbunden waren, wie gutes Wetter gemacht wurde und was die Bergmannssprache ist. So leitet sich z.B. das Wort Futtsack (Stillstand, Panne, Malheur) vom „Futtersack“ der Grubenpferde ab, denn dieser wurde den Pferden umgehängt wenn Unruhe oder Probleme im Schacht auftraten. Anhand von Bildern konnte die Arbeit der Bergleute gut nachempfunden werden, Tätigkeiten die sich viele heute nicht mehr vorstellen können.
Dann kam das Highlight des Besuchs, die Führung durch die Bergbausammlung. Zu Beginn des Rheinhauser Bergbaus wurden die unterirdischen Strebe mit hölzernen Türstöcken gegen Einsturz abgesichert. Neben dem „Deutschen Türstock“ wurde auch der „Polnische Türstock“ eingesetzt. Bei den Modellen der Türstöcke waren auch die Werkzeuge und die Kleidung der Bergleute ausgestellt. Beeindruckende Bilder zeigten die Welt der Kumpel.
Die Sammlung der Exponate ist bemerkenswert. Welche Zeit nötig ist, um neue Objekte zu finden, deren Reparatur und Aufarbeitung, die geschichtliche Einordnung vorzunehmen und dann in Ausstellung zu integrieren, ist kaum vorstellbar. Hier einen herzlichen Dank an die Ehrenamtler, die diese tolle Ausstellung ermöglicht haben.
Ein beeindruckendes Video vervollständigte die Geschichte der Rheinhauser Bergwerke. Bei Kaffee und Kuchen beantwortete Wilfried Brücksken viele Fragen, denn er als ehemaliger Steiger kannte sich über- wie untertage gut aus.
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Der Deutsche Türstock mit Utensilien |
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Kohleabbau mit dem Presslufthammer im Bereich Rumeln |
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Schematischer Kohleabbau mit dem Schildvortrieb |
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Pflanzenversteinerungen in der Kohle, keine Geld, aber jede Menge Kohle |
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Der erste Rheinhauser Bezirksvorsteher nach der kommunalen Neuordnung, Siegfried Schlicht mit seinen Kumpeln |
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Weitere Kohleversteinerungen |
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Die heilige Barbara, Schutzheilige der Bergleute |
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Brand auf der Zeche Dirgardt, Geräte der Grubenwehr |