Die Verwaltung beabsichtigt drei Seniorentagesstätten im Bezirk Rheinhausen zu schließen

von Manfred Krossa, SPD Fraktionsvorsitzender Rheinhausen (08.02.2012)

Wie die SPD Rheinhausen aus Insiderkreisen gehört hat, beabsichtigt die Verwaltung drei Seniorentagesstätten (ST) im Bezirk Rheinhausen zu schließen. Für uns ist die Beschlussvorlage Drucksache DS 05-5009/5 bindend, die im Februar 2007 in der Bezirksvertretung und im März 2007 im Rat der Stadt Duisburg beschlossen wurde, erklärte der SPD Ratsherr und Vorsitzender des Bezirksverbandes Reiner Friedrich. Festgelegt wurde hiermit eine gleichbleibende Finanzierung der STs und eine fünfjährige vertragliche Bindung an die Träger. Ferner wird besonders hervorgehoben, dass es aus demografischer Sicht nicht empfehlenswert wäre, die Seniorentagesstätten zu schließen.

Nun soll, ohne dass die Politik eingebunden worden ist, von der Verwaltung ein Konzept vorgelegt werden, welches die Stärkung der Begegnungs- und Beratungszentren (BBZ) vorsieht. Mit diesem Ansatz würde sich für Rheinhausen ein Ballung von BBZs in Hochemmerich ergeben, während der Rest von Rheinhausen unversorgt bleiben würde. So sollen die Seniorentagesstätten an der Martinistraße (Eisenbahnsiedlung), an der Oskarstraße (Asterlagen) und an der Ringstraße (Friemersheim) nach dem Verwaltungskonzept ihre Tore schließen, so der SPD Fraktionsvorsitzende Manfred Krossa. Durch die bereits früher erfolgte Schließung der ST „Auf dem Berg“ im Ortsteil Bergheim gibt es für diesen Bereich keine Seniorenangebote mehr. Um früh genug Informationen zu erhalte, hatten SPD, Grüne und Linke eine Anfrage in die Bezirksvertretung (BV) Rheinhausen eingebracht, die von der Verwaltung zum größten Teil unbeantwortet blieb. Es wurde erklärt, dass für die Märzsitzung der BV dazu eine Vorlage erstellt würde. Eine der Hauptfragen zielte auf die Klärung, wann damit zu rechnen sei, dass die noch offenen Verhandlungen mit den Trägern zum Abschluss gebracht werden. Nun müssen wir erfahren, dass es bereits eine Einigung gegeben haben soll. Alles ohne politische Mitwirkung!

Wir werden nicht hinnehmen, dass die in unserem Bezirk bereits ausgedünnten Angebote für Senioren noch weiter heruntergefahren werden.
Nach wie vor stehen wir zu unserer Aussage, dass funktionierende Seniorentagesstätten nicht nur aus sozialer Sicht zu fördern sind, sondern auch vor dem Hintergrund, dass Senioren, die möglichst lange in ihren vier Wänden wohnen, die Sozialausgaben der Stadt schonen.

Hier können wir nur davor warnen, durch vorschnelles Umsetzen eine ganze Infrastruktur für Senioren zu zerstören. Einmal plattgemachte Einrichtungen können in der Regel nicht wieder reanimiert werden, vor allem vor dem Hintergrund der finanziellen Lage von Duisburg.
Eine mit Augenmaß verzahnte, verlässliche fordernde und fördernde Seniorenpolitik, die alle Lebensbereiche umfasst, gibt es nach wie vor nicht. Ein weiterer Rückschritt kommt einer Katastrophe gleich
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