Dürfen in Duisburg bald nur noch Trauungen im Standesamt möglich sein?

von SPD Ratsherr Reiner Friedrich, Vorsitzender des SPD-Bezirksverbandes Rheinhausen (20.04.2012)

Wie der SPD Bezirksverband Rheinhausen durch Dritte erfahren hat, will die Verwaltung der Stadt Duisburg die beliebten Eventtrauungen einstellen. Es ist kaum zu glauben, auf welche Ideen die Duisburger Verwaltung nun schon wieder kommt, so SPD Ratsherr Reiner Friedrich. Viele Ehepaare wünschen sich für ihren schönsten Tag eine Trauung außerhalb des Standesamtes. Sehr beliebt sind im Bezirk Rheinhausen die Eheschließungen im ehemaligen Lehrerhaus Friemersheim, aber auch die Trauung im Duisburger Zoo steht hoch im Rang. So gibt es in Duisburg eine ganze Reihe von begehrten Orten, die sich die Ehepartner für das Ja Wort bisher ausgesucht haben. Diese Leistung des Standesamtes wurde über die Jahre von vielen Paaren gut angenommen. So gibt es auch Vereine, vor allem aus dem kulturellen Bereich, die hierdurch ihre Arbeit mitfinanzieren können, denn Ihnen bleibt auch ein kleiner Anteil der fälligen Gebühren, die die Paare bezahlen müssen. Für die Stadt ist es zwar eine freiwillige Leistung, die aber durch die zusätzlich erhobene Gebühr mehr als kostendeckend ist.

Über diese Vorgehensweise ist die Duisburger Politik bisher wieder mal nicht unterrichtet worden. Die Einstellung solcher besonderen Leistungen, mit denen man nicht nur Geld verdienen, sondern auch den Paaren ihre tiefsten Wünsche erfüllen kann, ist in keiner Weise verständlich, zumal die Stadt Duisburg doch, wie wir alle wissen, Geld benötigt. Die Begründung der Verwaltung, dass hierfür keine Standesbeamten mehr zur Verfügung stehen, ist nicht glaubhaft, denn die durch die Altersteilzeit frei gewordenen Stellen hätten zeitnah wiederbesetzt werden müssen. Genau wie in der freien Wirtschaft sollte es im Unternehmen Stadt ein Personalbewirtschaftungskonzept geben, welches das Stellenmanagement leistet.

Leistungen für den Bürger zu streichen und dies mit dem Argument: „Es ist kein Personal vorhanden“ zu begründen, ist vor dem Hintergrund, dass viele Mitarbeiter in anderen Bereichen noch im Überhang geführt werden, für den Bürger nicht mehr verständlich.
Es sollen doch Stellen in der Verwaltung abgebaut werden!
Diese Reduzierung kann auch durch Stellenverlagerung erreicht werden. Solch eine Handlungsweise wäre dann ein überlegtes und konzeptionelles Handeln im Personalbereich.

Wir fordern daher die Verwaltung auf, die Einstellung dieser Leistung für die Bürger unverzüglich zurückzunehmen und weiterhin Eventtrauungen anzubieten.