Relativ spät wurde den Duisburger Bürgern bekannt, dass ein zusätzliches Kernkraftwerk, keine 200 Km von uns entfernt, im niederländischen Borssele geplant wird. Die Verwaltung der Stadt Duisburg hat bereits einen Widerspruch eingelegt, von vielen niederrheinische Gemeinden ist bekannt, dass sie genauso gehandelt haben.
Die Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, CDU und Herr Roming, Die LINKE in der Bezirksvertretung (BV) Rheinhausen sind sich einig, ein politisches Zeichen zu setzen und haben ebenfalls einen Widerspruch und Resolution Richtung Borssele geschickt, so Manfred Krossa (SPD), Heiner Leiße (Bündnis 90/Die Grünen), Ferdi Seidelt (CDU) und Werner Roming (Die LINKE). Wir sind uns darüber klar, dass sich die BV um kommunalpolitische Belange des Bezirks Rheinhausen kümmern sollte, doch im Falle eine Störung wären auch wir betroffen und daher erheben wir unsere Stimme und lehnen dieses Projekt ab.
Widerspruch und Resolution
der Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, CDU und des Herrn Roming, Die LINKE in der Bezirksvertretung Rheinhausen
Betreff:
Widerspruch und Resolution gegen das geplante Kernkraftwerk im niederländischen Borssele
Inhalt:
Die Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, CDU und des Herrn Roming, Die LINKE in der Bezirksvertretung Rheinhausen sprechen sich gegen den Bau eines neuen Kernkraftwerks im niederländischen Borssele aus.
Begründung:
Seit der Erforschung der radioaktiven Strahlung ist bekannt, welche schädlichen Auswirkungen diese auf jeden Organismus hat. Ohne entsprechende Messgeräte erkennt niemand die Gefahr, denn Strahlung ist nicht wahrnehmbar! So mussten auch viele Grundlagenforscher ihr Leben lassen.
Unmenschlich waren die Wirkungen der als Waffen eingesetzten Atombomben über Hiroshima und Nagasaki und trotz dieser negativen Kenntnisse werden nukleare Prozesse zur Energiegewinnung eingesetzt, obwohl bekannt ist, dass waffenfähiges Plutonium in Kernkraftwerken entsteht.
Des weiteren zeigen die Gaus der Kernkraftwerke von Tschernobyl und Fukushima, dass Kernkraftwerke eine nicht kalkulierbare Gefahr für die Menschen darstellen. Einmal außer Kontrolle geraten, stellen sie selbst für technisch hochentwickelte Nationen kaum beherrschbare nukleare Verläufe dar. Durch die auftretenden radioaktiven Fallouts sind die betroffenen Gebiete für Generationen von Menschen nicht mehr bewohnbar.
Seit dem Start der friedlichen Nutzung der Kernspaltung wird über eine sichere Endlagerung diskutiert, Lagerstätten untersucht und viel Geld für Gutachten investiert. Eine Lösung gibt es bis heute nicht. Wer sollte auch die Verantwortung übernehmen für eine sichere Endlagerung über mehrere 100000 Jahre? Der Zeitraum seit Christi Geburt ist für uns einigermaßen überschaubar, die für eine sichere Endlagerung nötigen Zeiten liegen außerhalb der menschlichen Vorstellungskraft!
Die Niederlande ist, wie die Bundesrepublik Deutschland, ein sehr eng besiedeltes Land. Die Anzahl der durch einen Gau betroffenen Bürgerinnen und Bürger wären entsprechend groß. Die Hilfsmaßnahmen bei einem Störfall stellen auch gut ausgebildete Rettungskräfte vor fast nicht lösbare Probleme. Im Fall eines Gaus würde, bei der vorhandenen Dichte der Bevölkerung, das Rettungswesen kollabieren, das Leben sehr vieler Menschen wäre schlagartig in Gefahr. Für dieses Szenario sind unsere Rettungsorganisationen nicht ausgebildet und es gibt kein Management für solche Fälle.
Die Katastrophe von Fukushima hat deutlich gezeigt, dass auch technisch hoch entwickelte Nationen versagen, die Gefahr für die Menschen ist bis heute nicht beseitigt und große anrainende Flächen können für Jahrzehnte nicht mehr von Menschen bewohnt werden. Das hat die Bundesregierung Deutschland veranlasst, aus der Energiegewinnung durch Kernkraft auszusteigen. Wir hoffen, dass dieser Weg auch in den Niederlanden beschritten wird.